Nachfolgend findet ihr meinen kleinen Rückblick auf den Basiskurs Hufgesundheit von der Akademie für angewandtes Pferdewissen, veranstaltet bei den Naturhelden vom Dreierhof in Maria Anzbach/NÖ.
(Achtung, manche Bilder zeigen auch frische Tothufe)
Die beiden Hufprofis Aleks Waldhauser und Milena Keil haben uns am Vormittag die Grundzüge der Anatomie bzw. Strukturen am/im und um den Huf herum näher gebracht. Die dazugehörige Präsentation war wirklich sehr gut bebildert. Für mein Empfinden ging sie auch nicht zu sehr in die Tiefe - was für den Einstieg oder zum Auffrischen absolut passend und ausreichend ist.
Hier hat sich schon gezeigt, dass es viele erhebliche Faktoren gibt, die auf die Hufform und -gesundheit Einfluss nehmen - und somit auf das ganze Pferd. Ohne Huf kein Pferd!
Auch war gut zu erkennen, dass es kein 100%iges Schema F gibt, wenn es um Hufbeurteilung geht.
Anhand der vielen interessierten Fragen konnte man erkennen, dass das Thema Hufe vermutlich alle Pferdebesitzer irgendwo beschäftigt und teilweise auch verunsichert. Nicht zuletzt auch aufgrund mancher "Grabenkriege" auf Social Media. Was ich daher beim Kurs besonders gut fand war, dass es kein Hufschmiede-Bashing oder ähnliches gab, sondern einen möglichst undogmatischen Zugang zum Thema Hufbearbeitung und -gesundheit.
Was ich auch noch ganz toll fand, waren die vielen unterschiedlichen Tothufe bzw. Plastinate anhand derer wir auch die soeben besprochenen Strukturen begreifen konnten. Ich bin ja sowieso immer absolut fasziniert bei Anatomiemodellen und dergleichen. Wenn das aber echtes Gewebe, echte Knochen sind, die mal in Funktion oder eben auch Dysfunktion waren, ist das ein großer Gewinn für das eigene Verständnis. Das kann einfach kein Kunststoff-Modell abbilden.
Ziel dieses eintägigen Kurses ist keineswegs, dass man danach in die Welt rausgeht und Hufe bearbeitet! Das sollte aber auch jedem klar sein hoffe ich - wirklich.
Sondern eben, dass man mehr Verständnis für die Strukturen usw. bekommt, Ansätze der Hufbearbeitung nachvollziehen kann oder eben auch mal nachfragen und die Antwort besser einordnen kann.
Nach einer Kurzeinführung in die benötigten Werkzeuge haben uns Milena und Aleks demonstriert, wie sie beim Hufe bearbeiten vorgehen und was so die Gedankengänge dabei sind. Jeder durfte sich am großen Pool der verschiedenen Messer und Raspeln bedienen und dann durften wir auch selbst ran. Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit gute Schnitthandschuhe käuflich zu erwerben, das finde ich als Liebhaber von Arbeitssicherheit echt lobenswert.
Ab diesem Zeitpunkt waren die beiden Kursleiterinnen konstant in Bewegung und halfen uns, den jeweiligen Huf fachgerecht zu beurteilen und eben auch zu bearbeiten.
Nach einigem Schnitzen und Schwitzen wurden dann nochmal ein paar fertig bearbeitete Hufe nachbesprochen.
Nach der Theorie ging es dann an die Tothufe, die wir zuerst einpacken und dann bearbeiten durften. Was wir hier an unterschiedlichen Hufen zu sehen und bearbeiten bekommen haben war total spannend! Von zierlich bis sehr groß, verzogene, aufgestauchte Wände aber auch flache Rehehufe oder "Coladosen" mit längst überfälliger Eisenabnahme standen zur Auswahl.
Nachdem ich (leider) hauptsächlich mit übergewichtigen Pferden zu tun habe, fiel meine Wahl auf diesen großen, platten Rehehuf mit Pilzbefall in der Wand. Sehr spannend!
Anschließend wurde uns noch direkt am Pferd gezeigt, wie man auf den ersten Blick und mehreren Griffen ans Gewebe erkennen kann, wie es um den Futterzustand bestellt ist - Stichwort BCS! Und, wie man sich freundlich annähert sowie die Hufe achtsam für die Bearbeitung hebt und hält, wo man sich positioniert usw.
Diesen Ansatz finde ich sehr wichtig, hier möchten die Mitglieder der Akademie auch Verständnis für das Pferd schaffen. Alleine schon die Art und Weise, wie man Beine anhebt/anheben lässt und hält können einen großen Unterschied machen, ob das eine positive Lernerfahrung fürs Pferd ist oder ob es diese künftig eher vermeiden möchte.
Gut gelungen und superpraktisch finde ich auch das Handout zur Präsentation wo super klar und wirklich groß genug nochmal das Wichtigste drauf ist. Zum draufkritzeln oder eben zum schnell nachschauen.
Zusätzlich dazu gibt es noch einen umfassenden Onlinekurs, zu dem wir Teilnehmenden kostenlosen Zugang erhalten haben! Hier wird nochmal einiges am lebenden Objekt wiederholt und auch einige Fallbeispiele zum Thema Hufbeurteilung sowie Materialkunde und Empfehlungen sind hier zu finden. Das empfinde ich als großen und sehr hilfreichen Mehrwert.
Außerdem gibt´s Rabattcodes für weitere gute Angebote anderer Profis rund ums Thema Pferd, Pferdegesundheit, Fütterung und natürlich Hufe!
Mit folgendem Code könnt ihr übrigens 10% sparen, wenn ihr einen der Onlinekurse kauft :-D
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Mein persönliches Highlight war auf jeden Fall die Tothufbearbeitung und das Anschauungsmaterial! Trotzdem der Großteil der Theorie für mich Auffrischung war, konnte auch ich mir hier noch was Neues mitnehmen. Der Aufbaukurs ist bereits gebucht ;-)
Ehrlich, ich kann das jedem Pferdebesitzer nur wärmstens empfehlen, sich mit der Materie Huf zu beschäftigen! Am besten im Rahmen eines solchen Kurse :-)
Denn wie sagt man so schön "Wer nichts weiß, muss alles glauben!" Marie von Ebner-Eschenbach
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